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Als "dritte kommunale Ebene" nach den Gemeinden sowie den Landkreisen und kreisfreien Städten sind die Bezirke laut Bayerischer Verfassung und Bezirksordnung für Aufgaben zuständig, die über die örtlich begrenzte Zuständigkeit oder das Leistungsvermögen der Landkreise und kreisfreien Städte hinausgehen. Die Bezirke schaffen und erhalten öffentliche Einrichtungen für das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Wohl der Bevölkerung.
Der Bezirk Niederbayern hilft psychisch kranken, gestörten und behinderten Mitbürgern, die Fürsorge brauchen. In den Bezirkskrankenhäusern Mainkofen-Deggendorf, Straubing und Landshut wird den Patienten durch erfahrene Fachärzte, Therapeuten und Pflegekräfte sowie modernste Medizintechnik bestmögliche Betreuung zuteil. Das in Passau neu entstehende Bezirkskrankenhaus stellt für die Einwohner des Landkreises und der Stadt Passau einen bedeutenden Schritt zur Verbesserung der gemeindenahen stationären psychiatrischen Versorgung dar. Daneben setzt der Bezirk durch den Ausbau eines engen Netzes von ambulanten Diensten sowie die Kooperation mit Hilfsvereinen und freien gemeinnützigen Trägern anderer komplementärer Einrichtungen die Ziele des Zweiten Bayerischen Landesplanes zur Versorgung psychisch Kranker und Behinderter konsequent um.
Als Träger der überörtlichen Sozialhilfe garantiert der Bezirk Beziehern geringer Einkünfte einen Altenheim- oder Pflegeplatz; außerdem beteiligt er sich zum Beispiel an den Kosten der Werkstätten und Wohnheime für Behinderte. Die Aufgaben der "Sozialen Sicherung" beanspruchen seit jeher den Löwenanteil des Bezirkshaushalts.
Für wesentliche Bereiche unseres Bildungssystems ist der Bezirk ebenfalls zuständig. Hierunter fallen das Institut für Hörgeschädigte in Straubing, das Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn, die Berufsfachschule für Krankenpflege am Bezirksklinikum Mainkofen sowie die Schule für Kranke im Regierungsbezirk Niederbayern.
Wichtigster Ansprechpartner des Bezirkstages bei der Wahrnehmung seiner Pflichtaufgaben auf dem Gebiet der Jugendarbeit ist der Bezirksjugendring. Das gemeinsame niederbayerische Jugendprogramm bildet dafür eine gute Basis.
Schließlich hat der Bezirk die Belange des Natur- und Umweltschutzes zu berücksichtigen. So obliegt ihm die Unterhaltung von 516 km Gewässerstrecke II. Ordnung und die Pflege des Fischereiwesens. Diese Aufgaben werden durch die staatliche Wasserbauverwaltung, die Bezirksfischereifachberatung und den bezirkseigenen Fischereilichen Lehr- und Beispielsbetrieb in Lindbergmühle im Bayerischen Wald wahrgenommen.
Der Bezirkstag fördert ferner die Erhaltung und Wiederherstellung von Baudenkmälern und sonstigem wertvollen Kulturgut. Durch das persönliche Wirken seines Heimatpflegers trägt der Bezirk zur Wahrung und Neubelebung des Kulturlebens in Niederbayern bei. Dazu gehört auch das Erfassen und Dokumentieren traditionell-regionaler Volkskultur, wie Lied, Musik, Tanz und Brauchtum. Gemeinsam mit den drei kreisfreien Städten Niederbayerns unterhält der Bezirk zum Beispiel das Südostbayerische Städtetheater.
Darüber hinaus werden große Anstrengungen unternommen, mit gezielter Wirtschaftsförderung den Wettbewerbsnachteilen der strukturschwachen niederbayerischen Region entgegenzuwirken. In den Heil- und Thermalbädern Bad Füssing, Bad Griesbach, Bad Birnbach, Bad Gögging und Bad Abbach konnten nicht nur zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Fremdenverkehr in Niederbayern hat sich längst zu einem maßgeblichen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Daran haben nicht zuletzt auch die vom Bezirk mehrheitlich getragenen Bauernhofmuseen Massing im Rottal und Finsterau im Bayerischen Wald Anteil.
Nicht zu vergessen, dass unter der Trägerschaft des Bezirks ein flächendeckendes überregionales Erdgashochdruckleitungsnetz von rund 390 km Länge entstanden ist. Zu den beispielhaften Initiativen des niederbayerischen Bezirkstages zählen schließlich auch internationale Jugendbegegnungen und Schüleraustauschmaßnahmen im Rahmen der Regionalpartnerschaft zwischen dem Bezirk Niederbayern und dem französischen Departement Oise.
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